Vorsicht vor Directpay und Grada Mahnungen

Wie schon so oft in der Vergangenheit berichtet, wird die Wirkung von Inkassoschreiben auch gerne von Gesellschaften benutzt, die gar keine Erlaubnis haben, Inkassodienstleistungen zu erbringen.


Aufgrund von Anrufen verunsicherter Schuldner, die auf der Suche nach einem Deutschen Inkasso bei uns gelandet sind, warnen wir aktuell vor den Mahnschreiben einer GRADA GmbH. Wie schon so oft in der Vergangenheit berichtet, wird die Wirkung von Inkassoschreiben auch gerne von Gesellschaften benutzt, die gar keine Erlaubnis haben, Inkassodienstleistungen zu erbringen. Speziell in den letzten Wochen und Monaten grassieren wieder Rundschreiben, in denen vermeintliche Schuldner zu Zahlungen an eine Gesellschaft Namens GRADA GmbH aufgefordert werden.

Firmierung deutsch, Konto in Belgien!

Die Gesellschaft tritt dabei unter der deutschen Firmierung GRADA GmbH auf. Doch wer annimmt, dass eine deutsche Firma auch ein Konto in Deutschland unterhält, der geht fehl. Auch, wenn die Anschreiben den Eindruck erwecken, dass die Forderung berechtigt ist, sollte nicht in Erwägung gezogen werden, zu bezahlen. Wäre es bei einem deutschen Konto noch möglich, die Zahlung unter günstigen Umständen wieder retournieren zu können, ist das bei Konten im Ausland faktisch unmöglich.

Übrigens!

Es ist natürlich nicht unseriös ein Konto in Belgien zu unterhalten. Es geht hier lediglich um die Kombination deutscher Inkassodienstleister erwartet Zahlungen auf belgisches Konto.

So erkennen Sie Betrüger

Rechtsdienstleistungsregister

Der erste Weg bei Inkassoschreiben bzw. Zahlungsaufforderungen durch Inkassounternehmen sollte immer der Blick in das www.rechtsdienstleistungsregister.de sein. Bereits hier fällt jedem Angeschriebenen auf, dass es zu der Grada GmbH keinen Eintrag gibt. Es reicht auch, in das Feld „nach Registrierung suchen“ lediglich einen Bestandteil des Firmennamens einzugeben, um einer ersten Hinweis auf die Seriosität des vermeintlichen Inkassodienstleisters zu erhalten. Sollten Sie also die Meldung erhalten, dass zu dieser Firma oder anderen Inkassounternehmen, die Sie angeschrieben haben mögen, keine Einträge existieren, ist das bereits ein wichtiges Indiz, es mit einem Betrüger zu tun zu haben.

Fehlende Kommunikationswege

Kein seriöser Inkassodienstleister wird einen Schuldner nur auf dem elektronischen Wege kontaktieren, ohne Nennung weiterer Kontaktmöglichkeiten, wie Telefon oder FAX. Sollten diese Hinweise fehlen, liegt Ihnen ein weiteres Indiz vor.

Text

Leider sind die Zeiten mittlerweile vorbei, in denen man einen Betrugsversuch bereits an dem schlechten Deutsch erkennen konnte. Was diesen Punkt angeht, lohnt es sich jedoch einen Teil des Textes in die Zwischenablage zu kopieren und über die Google-Suche nach ähnlichen Texten zu suchen. In der Regel ist der Google-Index so aktuell, dass andere Schuldner den Betrugsversuch bereits entlarvt haben, wenn es denn einer war.

Bundesverbände

Sollten Sie trotz der Ergebnisse aus den genannten Recherchmöglichkeiten unsicher sein, ob Sie gerade einem Betrugsversuch ausgesetzt sind, können Sie auch Hilfe bei den beiden großen Berufsverbändern der Inkassounternehmer suchen. Sowohl der BFIF als auch der BDIU unterhalten eine Telefonnummer, bei der Schuldner jederzeit kostenlosen Rat einholen können.