Menschen, die aufgrund körperlicher oder geistiger Einschränkungen nicht oder nicht mehr in der Lage sind, ihre täglichen Rechtsgeschäfte selbst zu erledigen, können Berufsbetreuer auf Antrag oder von Amts wegen zur Seite gestellt werden.

Heute handelt es sich bei diesem Beruf um ein entgeltliches Gewerbe. Das war vor dem Jahr 1993 anders: Die Berufsbetreuung, damals noch Vormundschaft und wurde in der Hauptsache von Rechtsanwälten durchgeführt. Mit der Änderung des Gesetzes über die Vormundschaft ist dieser Berufsweg quasi jedem zugänglich, der sich hierzu berufen fühlt.

Heute finden sich schwerpunktmäßig Menschen in diesem Bereich, die aufgrund ihrer Berufsgruppe üblicherweise Kontakt zu Menschen haben, die eine rechtliche Betreuung wünschen oder benötigen.

Berufsbetreuer werden vom Gericht bestellt (ernannt)

Da ein Berufsbetreuer teils weitreichende rechtliche Entscheidungen treffen muss, sind die Voraussetzungen, um sich als Betreuer bestellen zu lassen, vielfältig. Trotzdem sollte jeder normale Bürger in der Lage sein, die Anforderungen zu erfüllen, da sie teilweise selbstverständlich sind. Wer selbst in ungeordneten wirtschaftlichen Verhältnissen lebt, ist nach herrschender Meinung nicht in der Lage, die wirtschaftlichen Verhältnisse anderer zu ordnen. Dies ist nur ein Teil – wenn vielleicht auch der Wichtigste – der Anforderungen, die an einen Berufsbetreuer gestellt werden. Aber auch die übrigen Anforderungen erschließen sich dem an diesem Beruf interessierten eigentlich von selbst.

Betreuervergütung

Neu geregelt wurde mit der Einführung des Betreuergesetzes auch die Definition des Berufsbetreuers, der ausweislich des Wortes “Beruf” von der Betreuung auch leben können soll. Es ist zwar auch möglich, quasi nebenberuflich als Betreuer zu arbeiten, es stellt aber eher die Ausnahme dar und ist auch von den Betreuungsbehörden nicht das Ziel einer eventuellen Bestellung des Interessenten zum Berufsbetreuer.

Ableitend von dem Begriff Berufsbetreuer wurde natürlich auch ein Vergütungssystem geschaffen, welches es den Berufsbetreuern ermöglichen soll, mit den übernommenen Betreuungen ein auskömmliches Dasein zu führen. Je nach Qualifikation, die sich eigentlich grob in die zwei Klassen studiert oder nicht studiert unterteilen lässt, gibt es unterschiedliche Stundensätze die abgerechnet werden können.

Um es gleich vorweg zu nehmen: die Stundensätze nach denen abgerechnet werden kann, liegen in den meisten Bundesländern zwischen 33,50 und 44 € je Stunde. Üblicherweise werden notwendige Kosten wie Porto oder Benzin zusätzlich vergütet, bzw. erstattet. In Anbetracht der großen Spanne der Stundensätze ist es auf jeden Fall Interessant, sich soweit zu qualifizieren, dass die Fachkunde einem Studium gleichgestellt ist.

Informationsquellen

Wer sich detaillierter über den Berufsbetreuer informieren möchte, findet mit Sicherheit Hilfe bei den zahlreichen Betreuungsvereinen. Diese können auch mit weiteren Informationen dienen, falls man beispielsweise eine Festanstellung einer selbständigen Tätigkeit vorziehen sollte.