Debitor Inkasso, zu deutsch: Schulden einkassieren

Stempel Inkasso

Zugegeben, es klingt etwas sperrig, und man muss schon die lateinische Übersetzung hinzuziehen, um alleine das Wort Debitor zu ergründen, doch letztlich ist es recht einfach. Es gibt zahlreiche, teils international aufgestellte Inkasso-Unternehmen, die das Wort Debitor in ihrem Firmennamen tragen. Dabei gibt es solche, die durchaus seriös arbeiten, und jene, die als „Abzocker“ im Netz genannt werden. Doch hier soll es weder um die eine noch um die andere Kategorie gehen, sondern um die Aufschlüsselung der Begrifflichkeiten an sich.

Ein bisschen Latein

Debitor kommt aus dem Lateinischen und steht für „debere“, was nichts anderes als „Schuld“ bedeutet. Ein Debitor ist also ein Kunde oder Unternehmen, der oder das einem anderen Kunden oder Unternehmen etwas schuldet. Daran ist zunächst überhaupt nichts Verwerfliches, denn wenn jemand online ein Buch auf Rechnung kauft, ist er von diesem Moment an ein Debitor. So lange dieser Kunde das Buch bezahlt, ist alles in Ordnung, der Debitor hat sich korrekt verhalten. Wenn er nicht zahlt stellt sich die Sache anders dar.

Debitor und Kreditor

Wenn es einen Debitor gibt, muss es auch ein Gegenstück dazu geben. Das ist der Kreditor, also der Gläubiger. Droht dem Debitor Inkasso, geht das vom Kreditor aus, der vergeblich auf seine Forderung wartet. Meist, aber längst nicht immer, schreibt der Gläubiger dem Schuldner bis zu drei Mahnungen (Mahnungen sind übrigens nicht mehr erforderlich!). Kann der Kreditor auch nach Ablauf der Frist(en) noch immer keinen Geldeingang feststellen, kommen auf den Debitor Inkassomaßnahmen zu. Man kann das als die nächste Instanz bezeichnen. Der dann folgende Schritt ist der gerichtliche Mahnbescheid. Debitor Inkasso bedeutet selbstverständlich auch, dass dem Schuldner weitere Kosten entstehen. Denn das Inkassounternehmen fordert für seine Arbeit Geld, das der Gläubiger erstatten muss.

Inkasso umgekehrt

So widersprüchlich es auch klingen mag, es gibt auch kreditorische Debitoren. Diese Konstellation kann entstehen, wenn der besagte Kunde weiter oben sein Buch bestellt und bezahlt hat, dann aber feststellt, dass es Mängel enthält. Schickt er dem Unternehmen, bei dem er das Buch gekauft hat, das Produkt zurück, muss er unter normalen Umständen das Geld zurückbekommen. In diesem Moment entsteht also eine Forderung aufseiten des ehemaligen Debitoren, er wird zum kreditorischen Debitoren. Zahlt nun das Unternehmen ihm den Kaufpreis des Buches nicht, kann der Buchkäufer seinerseits ebenfalls auf sein Recht pochen. So wird der kreditorische Debitor zum Gläubiger.