Fluggast verzichte nicht auf deine Rechte

Es könnte alles so schön einfach sein. Flug buchen, losfliegen, ankommen. Die Realität sieht dagegen ganz anders aus: Flug buchen, Flug verspätet, Flug verspätet, Flug ausgefallen.

Bei den meisten Fluggesellschaften fühlt man sich eher als Störfaktor, denn als erwünschter Gast. Flugzeuge überbucht, Abflugzeiten reine Makulatur und der Teufel sitzt oft im Kleingedruckten. Die gesetzlichen Änderungen bei den Fluggastrechten innerhalb von Europa haben den Fluggästen mittlerweile wenigstens ein paar Möglichkeiten beschert, sich ein bisschen wehren zu können.

Pilot: der Einzige der stört, ist der Passagier!

Frei überlieferte Aussage

umfangreiche Fluggastrechte

Leider greifen die neuen Gesetze zu den Fluggastrechten in den meisten Fällen viel zu kurz. Entschädigungszahlungen hin oder her. Kein Mensch bucht einen Flug, in der Hoffnung, sich an einer Entschädigungszahlung bereichern zu können. So schön kann kein Flughafen sein, dass ich meine kostbare Freizeit dort totschlagen möchte. Trotzdem ist es für den einen oder anderen eine Möglichkeit, seinem Ärger ein bisschen Luft zu machen.

1.000 € und mehr als Schadensersatz möglich

Die möglichen Ansprüche gegen die Fluggesellschaft unterscheiden sich erheblich und können in gewissen Konstellationen sogar gemeinsam auftreten. Vor diesem Hintergrund ist es für viele Geschädigte von Interesse, zu erfahren, dass die Entschädigungen sogar in der Summe Beträge von 1.000 € und mehr erreichen können.

Anspruchsgrundlagen

Für die folgenden Schäden kann die Fluggesellschaft in Anspruch genommen werden:

  1. Eine Ausgleichszahlung für die bloße Verspätung des Fluges.
    a. Diese staffelt sich noch nach der Dauer der Verspätung und kann bis zu 600 € betragen.
  2. Ersatz der Kosten die eine konkrete Vermögensminderung herbeigeführt haben.
    a. Flugausfall oder Flugverspätung kann aber auch zu tatsächlichen Kosten führen, die der geschädigte Fluggast aufwenden musste. Diese sind in der Regel vollständig erstattungsfähig.
  3. Ausgleich eines Verdienstausfalles, entsprechend einem nicht erzielten Vermögenszuwachs.

Unter Umständen lassen sich noch weitere Szenarien konstruieren, die jedoch aufgrund des seltenen Auftretens nicht wirklich erwähnt werden sollten.

Gefahrloses Durchsetzen der Ansprüche

Wie sich bereits aus dem Begriff Fluggastrecht herleiten lässt, ist der Fluggast bei berechtigten Forderungen kein Bittsteller. Sollte die Fluggesellschaft auf eine einfache Anfrage, zur unkomplizierten Regulierung der bestehenden Ansprüche, nicht angemessen reagieren, kann die Forderung gefahr- (und in vielen Fällen sogar kostenlos) an einen Rechtsdienstleister übergeben werden.

Ob für die Durchsetzung der Ansprüche auf einen Inkassodienstleister oder auf einen Rechtsanwalt zurückgegriffen wird, ist u.U. noch reine Geschmackssache. Wenn der Gläubiger jedoch das komplette Mahnverfahren durchlaufen muss, ist aufgrund der gesetzlichen Kostendeckelung im gerichtlichen Mahnverfahren, der Inkassodienstleister grundsätzlich die günstigere Wahl.