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Monat: September 2022

  • Inkassobrief erhalten?

    Inkassobrief erhalten?

    Ein Schreiben von einem Inkassounternehmen hat auf die meisten Schuldner eine unangenehme Wirkung: Neben, „was hab ich denn jetzt wieder vergessen zu bezahlen“, und „Mist, jetzt hat der doch ein Inkasso eingeschaltet“, gibt es bestimmt noch jede Menge anderer Gedanken, die den Empfängern so durch den Kopf schießen. Trotzdem können wir den Schuldnern – zumindest jenen, die von uns angeschrieben werden – nur raten, das Anschreiben auch als Chance zu sehen. Als Chance, mindestens eine Baustelle zu schließen und nicht mehr mit einem flauen Gefühl im Magen zum Briefkasten gehen zu müssen.

    Prüfung des Inkassobriefes

    Jeder Inkassodienstleister ist gesetzlich verpflichtet, die Forderung ausreichend zu benennen und dem Inkassobrief entsprechende Aufstellungen beizufügen. Jeder Angeschriebene sollte mit diesen Informationen schon beim Überfliegen des Briefes in der Lage sein, die Rechtmäßigkeit der Forderung zu erkennen. Natürlich kann sich das jeder Schuldner leicht machen, indem er den Brief ignoriert und sich taub und blind stellt. Leider ist das für keinen der Beteiligten eine sinnvolle Lösung. Denn, wenn die Forderung berechtigt ist, wird es mit Sicherheit nicht bei dem einen Mahnschreiben bleiben. Neben den Verzugszinsen entstehen nämlich sehr schnell auch immense Kosten für die Einleitung des gerichtlichen Mahnverfahrens und die ggfs. weiteren notwendigen Schritte durch den Gerichtsvollzieher. All dieses Ungemach kann jeder Schuldner umgehen, wenn er den Dialog sucht.

    Ziele des Inkassounternehmers

    Im Gegensatz zu einem Rechtsanwalt, der schon von Berufs wegen parteiisch sein muss, ist die Arbeit des Inkassounternehmers darauf ausgerichtet seinem Mandanten einen Geldfluss zu verschaffen. Dies ist auch gleichzeitig die beste Chance für den Schuldner: Inkassounternehmer sind nicht an einer Eskalation interessiert. Sie wollen nicht, dass die Angelegenheit vor Gericht landet. Nicht nur, dass ein Gerichtsverfahren die Angelegenheit für alle Beteiligten nochmals erheblich verteuert; Ein Gerichtsverfahren sorgt auch dafür, dass sich eine Forderungsangelegenheit über Jahre hinziehen kann.

    Plumpe Regel:

    Der Rechtsanwalt ist daran interessiert dem Mandanten zu seinem Recht zu verhelfen. Der Inkassodienstleister ist daran interessiert dem Mandanten zu seinem Geld zu verhelfen!

    Zahlungsvereinbarungen treffen und einhalten

    Geld hat man zu haben! Dieser Leitsatz mag für viele Menschen, die eben genau davon zu wenig haben, eher wie ein Schlag ins Gesicht wirken. Aber anders funktioniert unser Wirtschaftssystem halt nicht. Der andere Leitsatz: Verträge müssen eingehalten werden, wirkt zudem auch zu Gunsten des Schuldners. Eine Zahlungsvereinbarung schützt Sie vor weiteren Unbilden seitens des Gläubigers und dessen Vertretern.

    Grundlagen einer funktionierenden Markwirtschaft:

    1. Geld hat man zu haben. 2. Verträge sind einzuhalten.

    Post von ISE – deutsche Inkasso

    Wir prüfen immer sehr sorgfältig, dass ausschließlich fällige und unstrittige Forderungen von uns eingetrieben werden. Um auch dem Schuldner immer eine Möglichkeit zu geben, auf unsere Forderungen angemessen reagieren zu können, nennen wir in unserem Inkassobrief grundsätzlich alle Möglichkeiten mit uns Kontakt aufnehmen zu können, auf jedem Anschreiben. Wenn Sie als Schuldner der Meinung sind, dass die Forderung, die wir im Auftrag geltend machen wollen, unberechtigt ist, so zögern Sie bitte nicht uns darauf hinzuweisen. Wir werden mit Sicherheit eine Lösung finden.

    Unsere Forderung ist unberechtigt?

    Nichts leichter als das: Es reicht eine kurze Nachricht per E-Mail, dass Sie die Forderung ernsthaft und endgültig bestreiten.

  • Vorsicht vor Directpay und Grada Mahnungen

    Vorsicht vor Directpay und Grada Mahnungen

    Aufgrund von Anrufen verunsicherter Schuldner, die auf der Suche nach einem Deutschen Inkasso bei uns gelandet sind, warnen wir aktuell vor den Mahnschreiben einer GRADA GmbH. Wie schon so oft in der Vergangenheit berichtet, wird die Wirkung von Inkassoschreiben auch gerne von Gesellschaften benutzt, die gar keine Erlaubnis haben, Inkassodienstleistungen zu erbringen. Speziell in den letzten Wochen und Monaten grassieren wieder Rundschreiben, in denen vermeintliche Schuldner zu Zahlungen an eine Gesellschaft Namens GRADA GmbH aufgefordert werden.

    Firmierung deutsch, Konto in Belgien!

    Die Gesellschaft tritt dabei unter der deutschen Firmierung GRADA GmbH auf. Doch wer annimmt, dass eine deutsche Firma auch ein Konto in Deutschland unterhält, der geht fehl. Auch, wenn die Anschreiben den Eindruck erwecken, dass die Forderung berechtigt ist, sollte nicht in Erwägung gezogen werden, zu bezahlen. Wäre es bei einem deutschen Konto noch möglich, die Zahlung unter günstigen Umständen wieder retournieren zu können, ist das bei Konten im Ausland faktisch unmöglich.

    Übrigens!

    Es ist natürlich nicht unseriös ein Konto in Belgien zu unterhalten. Es geht hier lediglich um die Kombination deutscher Inkassodienstleister erwartet Zahlungen auf belgisches Konto.

    So erkennen Sie Betrüger

    Rechtsdienstleistungsregister

    Der erste Weg bei Inkassoschreiben bzw. Zahlungsaufforderungen durch Inkassounternehmen sollte immer der Blick in das www.rechtsdienstleistungsregister.de sein. Bereits hier fällt jedem Angeschriebenen auf, dass es zu der Grada GmbH keinen Eintrag gibt. Es reicht auch, in das Feld „nach Registrierung suchen“ lediglich einen Bestandteil des Firmennamens einzugeben, um einer ersten Hinweis auf die Seriosität des vermeintlichen Inkassodienstleisters zu erhalten. Sollten Sie also die Meldung erhalten, dass zu dieser Firma oder anderen Inkassounternehmen, die Sie angeschrieben haben mögen, keine Einträge existieren, ist das bereits ein wichtiges Indiz, es mit einem Betrüger zu tun zu haben.

    Fehlende Kommunikationswege

    Kein seriöser Inkassodienstleister wird einen Schuldner nur auf dem elektronischen Wege kontaktieren, ohne Nennung weiterer Kontaktmöglichkeiten, wie Telefon oder FAX. Sollten diese Hinweise fehlen, liegt Ihnen ein weiteres Indiz vor.

    Text

    Leider sind die Zeiten mittlerweile vorbei, in denen man einen Betrugsversuch bereits an dem schlechten Deutsch erkennen konnte. Was diesen Punkt angeht, lohnt es sich jedoch einen Teil des Textes in die Zwischenablage zu kopieren und über die Google-Suche nach ähnlichen Texten zu suchen. In der Regel ist der Google-Index so aktuell, dass andere Schuldner den Betrugsversuch bereits entlarvt haben, wenn es denn einer war.

    Bundesverbände

    Sollten Sie trotz der Ergebnisse aus den genannten Recherchmöglichkeiten unsicher sein, ob Sie gerade einem Betrugsversuch ausgesetzt sind, können Sie auch Hilfe bei den beiden großen Berufsverbändern der Inkassounternehmer suchen. Sowohl der BFIF als auch der BDIU unterhalten eine Telefonnummer, bei der Schuldner jederzeit kostenlosen Rat einholen können.

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